Freitag, 24. Juni 2011Urlaub, Tag 10
Heute fahre ich von Bielefeld bis nach Bochum, womit dies der letzte Tag der Tour sein soll. Nach der harten Etappe gestern sind die Kilometer heute zwar keine besondere Herausforderung mehr, aber mir sitzt der Vortag mächtig in den Knochen. Daher nehme ich gern die Gelegenheit wahr, in Bielefeld den Laden, in dem Felix arbeitet, anzuschauen ("Feine Räder") und den Bioladen (wie hieß der noch? Einhorn?) um die Ecke zu plündern, um gute Verpflegung für den letzten Tag zu haben.
Dann geht es los - der Tag ist aber wenig genußvoll. Ich arbeite gegen die Müdigkeit an, die mir in jedem Muskel steckt und ab Hamm will ich nur noch ankommen. Ab Dortmund begleitet mich Andrea und wir fahren die altbekannten letzten Meter zusammen. Damit endet meine Radtour - 2 Wochen unterwegs, 10 Tage gefahren, insgesamt etwas über 1200 km. Fazit: Die Reise war sehr schön, mental sehr erholsam und körperlich recht anstrengend. Ich habe mich noch nicht an die absoluten Grenzen gebracht, aber gemerkt, wo es anfängt, kritisch zu werden. Ich kann mir vorstellen, auch noch längere Etappen zu fahren, aber die nächste Herausforderung wird sein, zwei Tage hintereinander je 250 km zu packen. Dafür muss ich an der Fitness aber wohl noch ein bisschen arbeiten. Donnerstag, 23. Juni 2011Urlaub, Tag 9
Heute breche ich in Bremerhaven richtig früh auf, da zum einen Johanna zur Arbeit muss und ich zum anderen auch richtig viel Strecke machen will - ich habe mich am Vorabend noch mit Felix in Bielefeld verabredet. Nach einer vorsichtigen Schätzung sind das auf jeden Fall über 200 km, also auf jeden Fall die längste Tagesetappe, die ich je gefahren bin.
Ich plane meine Etappe nicht mit besonders viel Übersicht; mein erstes Zwischenziel ist es, die lästige Ortsdurchfahrt durch Bremen zu vermeiden. Da ich keine Lust habe, die Weser (?) in Bremerhaven per Fähre zu queren, denke ich mir so, ich umfahre Bremen lieber im Norden... was sich später als ziemlicher Umweg herausstellen soll. Ich komme tempo- und konditionsmäßig wunderbar voran, stelle dann aber fest, dass ich viel zu weit nach Osten geraten bin und umfahre letztendlich Bremen in einer Art Halbkreis, wodurch ich wieder zuviel Kraft in den Wind bolzen muss. Irgendwann werden mir die kleinen Straßen zu dumm und ich fahre viele Kilometer auf Bundesstraßen, die weitgehend nichtmal einen Radweg haben. Nach einiger Zeit blende ich den vorbeidonnernden Verkehr völlig aus und habe auch keine Hup-Erlebnisse. Die Landschaft wird zusehends wieder interessanter, obwohl ich nicht auf kleinen Straßen unterwegs bin. Unterwegs kommuniziere ich mehrfach mit Felix, weil sich meine avisierte Ankunftszeit immer weiter nach hinten verschiebt. Bei ziemlich genau 200 km habe ich den Höhepunkt der kompletten Tour erreicht - aus Minden fahre ich nach Porta Westfalica und in außergewöhnlich schönem Licht fahre ich die Weser durch die Lücke im Gebirge. Danach knüppele ich noch durch die Berge um Herford und komme um 22 Uhr mit 247 km auf dem Tacho und ziemlich abgekämpft in Bielefeld bei Felix an. Mittwoch, 22. Juni 2011Urlaub, Tag 8
Ab heute ist definitiv das Gefühl der Heimreise da. Ich breche in Heide auf, fahre südlich über Hemmingstedt, Meldorf und Brunsbüttel zur Fähre in Glückstadt. Dort fahre ich breit grinsend an der langen, langen Autoschlange vorbei...
Mit ein paar dänischen Motorradfahrern überquere ich die Elbe auf der Fähre und nutze die Zeit, um ordentlich Mittag zu essen. Hinter der Fähre sichte ich eine Art "Nebeneinandem-Velomobil" - leider habe ich noch nicht rausgefunden, was das genau für eins war. In den folgenden 2 Stunden überholen mich entlang der Bundesstraße Richtung Bremerhaven eine Menge Autos, die mir aus der Schlange von Glückstadt bekannt vorkommen... einer hupt mich sogar an und ich lach mich eine Weile darüber kaputt. Lange Zeit fahre ich auf platten Landstraßen, die nicht einmal einen Mittelstrich haben. Ich muss den ganzen Tag gegen den Wind arbeiten, aber komme trotzdem ganz gut voran. Abends bin ich dann bei Johanna und Steve, wobei letzterer arbeitsbedingt in Heide weilt. Dienstag, 21. Juni 2011Urlaub, Tag 7
Heute mache ich eigentlich keine Strecke - ich bleibe in Heide, will aber heute abend Iris und Hannes besuchen.
Über den Tag fahre ich quer durch Dithmarschen, sitze in Delve-Schwienhusen an der Eider und mache dort Mittag. Montag, 20. Juni 2011Urlaub, Tag 6
Nach dem schönen Wochenende in Kiel fahre ich heute nach Heide, nachdem ich morgens noch Susi einen Besuch abgestattet habe. Ich nehme wieder die Route am Kanal entlang und fahre dann ab Büdelsdorf/Rendsburg entlang der Landstraßenstrecke. Die Strecke ist mir weitgehend bekannt und dann auch ziemlich langweilig; ein Höhepunkt ist der Bioladen "Nachbars Garten" in Büdelsdorf.
Abends komme ich bei Steve, Karin und Johann an und habe einen schönen Abend (inkl. mehrfach zu Famila, weil ich durch Kochexperimente doch noch mehr Zutaten für die Mayo brauche... au weia :-)). Freitag, 17. Juni 2011Urlaub, Tag 5
Von Neumünster fahre ich heute bis nach Kiel, nehme aber den "Umweg" über Rendsburg, um Inge und Paul zu besuchen. Die Oma ist immerhin schon 81 geworden, da ist es mir schon wichtig, mal reinzuschauen, wenn ich in der Nähe bin. Irgendwo im Moor vor Rendsburg muss ich aufgrund der VERDAMMT BEHÄMMERTEN Radwegausschilderung einmal absteigen, um durch allertiefsten Treibsand zu schieben. Danach fahre ich Schwebefähre und alles ist wieder gut.
Die Strecke von Rendsburg nach Kiel hat eine besondere Bedeutung für mich; aufgrund der Erzählungen von Barbara und Klaus, die das wohl früher mal mit dem Tandem gefahren sind, ist das DIE Tagesetappe für mich, auch wenn ich mittlerweile das drei- bis vierfache am Stück abreisse. Letztlich brauche ich von Rendsburg bis nach Suchsdorf ziemlich genau 90 Minuten und bin erstaunt - irgendwie seltsam, die Strecke ist entzaubert. Tja, was soll man sagen, der Tag war unspektakulär. Donnerstag, 16. Juni 2011Urlaub, Tag 4
Öhm also ok: das ist jetzt der fünfte Urlaubstag, aber er heißt hier "Tag 4" - hier zählen nur die wirklich "gefahrenen" Tage...
Also... ich habe an etwa 3 Tagen gut die 400 km voll gemacht, und bin damit auch ganz zufrieden. Gestern habe ich in Aumühle/Hamburg einen schönen Pausentag eingelegt. Am Nachmittag habe ich mich im Schanzenviertel rumgetrieben: Eis essen bei der Eisbande (Mousse au chocolat, Schniggers und Weiße Schokolade), dann ne Mate in irgendeinem Laden, und dann noch bei Hin-und-veg nen Burger futtern und mit Hendrik in Omas Apotheke richtig abstürzen... yeah Heute bin ich von Aumühle gestartet, über Hamburgs Norden (Volksdorf, an der U-Bahn lang) in Richtung Henstedt-Ulzburg gestartet. Mein Ziel für diesen Tag ist Neumünster - letztlich kommt mir das gar nicht so weit vor. So langsam komme ich so richtig in Reiseradler-Stimmung: Abends immer ganz woanders als morgens, und überall ist es schön. Ab Henstedt-Ulzburg fahre ich wieder Bundesstraßen, was auch ganz gut läuft. Ab Bad Bramstedt regnet es - ich verpeile es, meine Regenklamotten anzuziehen und komme abends ziemlich nass in NMS an. Ich trockne meinen Kram bei Klaus, Sylvia und Krishan; abends kochen wir zusammen (yeah, Räuchertofu ist genial zum Bröseln und Anbraten!). Dienstag, 14. Juni 2011Urlaub, Tag 3
Ich frühstücke noch mit Dennis, als der von seiner Nachtschicht zurückkommt, dann mache ich mich auf den Weg. Von Zeven aus steuere ich auf Hamburg zu und nehme mir vor, die Stadt im Süden zu umfahren, weil ich keine Lust darauf habe, mir einen Weg durch den Verkehr zu suchen.
Irgendwo in den Dörfern erwische ich einen kleinen Schauer, vor dem ich mich unter meiner Plane verstecke - funktioniert, scheint aber sehr seltsam auszusehen, zumindest schließe ich das aus den Blicken der Traktorfahrer, die vorbeikommen. Ich stoppe mal an einem Pennymarkt, um Nüsschen nachzufüllen, bin aber vom veganen Angebot eher enttäuscht. Ich kaufe sonst eigentlich nie bei Penny ein, scheint nicht ganz ohne Grund so zu sein. Über Ochtmannsbruch (Das schlimmste Kopfsteinpflaster ever. Bitte, bitte, liebe Verkehrsplaner - gebt den Leuten dort Geld, um zumindest einen Radweg daneben zu bauen! Selbst matschige Sandwege sind besser als DAS!), Tötensen, Maschen fahre ich - mal an Feldern, mal an Kolonnen von Kieslastern vorbei. Ich entscheide mich gegen die etwas längere Strecke über die 404 und für die Fähre bei Hoopte. Eine gute Entscheidung, denn Fährüberfahrten haben immer irgendwie etwas entspannendes. Auf der nördlichen Elbseite fahre ich dann über Neuengamme/Altengamme am Deich entlang und schließlich nördlich in Richtung Aumühle. Auf diesem Weg zeigt die Topographie noch einmal ganz ordentlich Zähne und ich muss meinen Bock und mich eine massive Kletterstrecke raufbugsieren, die ich nur gerade so schaffe. Immerhin: Bisher musste ich noch nicht schieben! Ich komme recht zeitig in Aumühle an und gehe abends noch mit Barbara im Leaf essen, was im Hinblick auf die Aufmachung von Location und Speisen eine ganz neue Erfahrung ist - kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Montag, 13. Juni 2011Urlaub, Tag 2
Der zweite Tag des Radurlaubs neigt sich dem Ende zu, insgesamt über 300 km sind jetzt schon auf dem Tacho. Ich habe heute mehrfach darüber gestaunt, was ich meinem Körper abverlangen kann, ohne dass es irgendwie unangenehm wird.
Der Tag beginnt um 6: Wie immer jagen mich die Dropkick Murphys mit "Shipping up to Boston" hoch - anders als sonst wache ich aber in einem Bauwagen auf. Nicos Bauwagen, um genau zu sein, obwohl Nico nicht da ist und ich ihn auch gar nicht kenne. Auf Nicos Bett liegt Fuchur, ein Kater, der hier eigentlich gar nicht wohnt, sonst ist wohl Hugo der "Kater des Hauses"... alles etwas durcheinandergeraten, aber das macht nichts. Ich stehe auf, packe meine Sachen wieder ans Fahrrad, und kümmere mich dann darum, mein Tretlagerrohr etwas kürzer zu stellen - scheint der Standardtipp bei Beschwerden mit der Achillessehne zu sein. Als ich gerade dabei bin, kommt Nadja (?) nach Hause, die ich noch nicht kennengelernt hatte - sie hat gearbeitet/gefeiert und geht jetzt zu Bett. Einige Zeit später steht Sarah auf und wir frühstücken, dann kommen Hendrik und sein Vater auch dazu. So sitzen wir dann doch etwas länger noch am Tisch, als ich ursprünglich vorhatte, und ich komme erst um 9 Uhr weg. Ich nehme mir vor, wenigstens bis um 10 Uhr in Damme zu sein - eine knackige Ansage, denn meine Oberschenkel protestieren etwas wegen der ungewohnten Stellung des Tretlagers. Dafür habe ich aber keine Schmerzen mehr in der Achillessehne, wenn man von manchen Momenten absieht, in denen ich mich falsch bewege und es mich unangenehm durchzuckt. Es gibt schlimmeres. Ich mache also schon gut Tempo, als ich hinter Damme in die Dammer Berge komme, die ihren Namen nicht ganz zu Unrecht tragen. Dort treffe ich plötzlich auf den "Mann mit dem Hammer", bin unvermutet desorientiert und der Puls steigt sprunghaft an, und lege deshalb schnell etwas aufs Frühstück drauf: ein Mr. Tom-Riegel, ein Spacebar, ein Riegel Soya-Carob-Schoki, und etwas später noch das erste Studentenfutter der Tour. Danach ist mir etwas schlecht, weil ich schnell fahre und dabei esse, aber immerhin habe ich rechtzeitig gegessen und der Kreislauf geht nicht kaputt. Ich stehe ein bisschen unter Druck, weil ich mir vorgenommen habe, die Zeit, in der ich bei Dennis in Zeven ankommen kann, nicht komplett auszureizen, denn ich möchte ihn gern noch kennenlernen, bevor er dann zur Arbeit muss. Das ist einerseits schade, weil Zeitdruck und Urlaub sich nicht gut vertragen, andererseits sorgt es dafür, dass ich wieder richtig gut vorankomme. Ich singe innerlich Lobeshymnen auf die Reifen - der Marathon Supreme rollt wirklich richtig gut, hält auch diversen Scherbenhaufen stand und läuft auch mit massig Gepäck nicht irgendwie "matschig". Langsam nähere ich mich Bremen - eine dieser vermaledeiten Ortsdurchfahrten, die immer mehr Zeit kosten, als ich einplane. In Bremen fängt das Unheil schon damit an, dass ich mich vorher verfahre. Brinkum, Heiligenrode, häää? Wo bin ich, und warum will mich der Navi auf die A1 lotsen? Ich eiere hin und her und verdaddel Zeit, von weit-vor-Bremen bis zu Mona, der ich in Horn-Lehe-Oberneuland-Irgendwodahinten einen Besuch abstatte, brauche ich eine Stunde mehr als die Strecke erahnen lässt. Ich esse bei Mona nur etwas Brot, dann begleitet sie mich mit dem Rad (und mit Tüchting hintendrauf) ein Stück bis Lilienthal. Ab dann geht plötzlich richtig die Post ab. Ich habe schon 130 km auf dem Tacho, kann aber plötzlich nochmal richtig frei fahren, 27, 28, 29, 30, 31... ich fliege förmlich über glatten Asphalt. Bis Tarmbeck (oder so) geht der Spaß, dann zwingen mich Steigungen dazu, mein Tempo wieder zu drosseln. Die Euphorie bleibt - Wahnsinn, was jetzt noch geht! Bei Dennis in Zeven angekommen bekomme ich erst einmal was zu trinken, dann was zu essen. Wir unterhalten uns nett, bis er leider zur Arbeit muss. Ich bleibe hier, blogge noch eben meinen Tag zusammen, und dann gehe ich schlafen. Sonntag, 12. Juni 2011Urlaub, Tag 1
Ich bin heute morgen in den Urlaub gestartet. Die Taschen hatte ich schon gestern gepackt und ans Rad gehängt, so dass ich um halb 8 direkt losfahren konnte. Da ich ja erst einmal aus dem Pott musste, hatte ich mir eine Strecke herausgesucht, die weitgehend an Bundesstraßen verlief, um so erst einmal einige Kilometer zu fressen. Das funktionierte so umwerfend gut, dass ich schon um halb 10 in Lüdinghausen und gegen 11 in Münster war.
In Senden hatte ich die erste Esspause gemacht, danach hielt ich meist mehr an, um mal kurz die Karte umzufalten. Ich kam hervorragend voran, gebremst nur von zwei heftigen Klettereien am Teutoburger Wald um Ibbenbüren. Danach waren noch etwa 25 flache Kilometer zu bewerkstelligen, die ich mit einsetzenden Beschwerden an der Achillessehne rechts hinter mich brachte; insgesamt waren es heute damit 140 km und ich kam um 16 Uhr auf dem Wagenplatz "Grüne Gräser" an, wo ich Sarah (von der Spezi) besuchen und übernachten wollte. Gegen Ende der Etappe merkte ich, dass sich im Schaltzug für die Kassette ein Draht gelöst hatte, der aus dem Schalthebel hervorlugte und mich pieken wollte. Abends kürzte ich diesen Draht, mit dem Erfolg, dass die Schaltung komplett blockierte... also zog ich Ersatz ein, den ich glücklicherweise mitgenommen hatte. Außerdem drehte ich am rechten Cleat etwas herum, in der Hoffnung, dass das etwas gegen die Achillessehnenprobleme helfen würde. Ich verbrachte einen sehr netten Abend auf dem Wagenplatz, und lernte einige Bewohner kennen, allerdings war es ziemlich leer. Sarah und ich kochten Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi für alle, und wir saßen noch ziemlich lange zusammen. Ich tauschte mit Sarah die Räder und drehte eine kleine Runde im Alleweder, kam aber mit meinen kurzen Beinen nicht so richtig an ihre Pedalen... Auf dem Platz wohnen einige Katzen, die aber zur Zeit einen auf den Menschen übertragbaren Pilz haben, der Haarausfall verursacht, weswegen ich mich eher von ihnen ferngehalten habe. Da der Gästewagen aufgrund einer Baustelle in Hendriks Wagen belegt war und Hendriks Vater in der Gemeinschaftsjurte nächtigte, schlief ich in Nicos Wagen, der den netterweise für Besuch freigegeben hatte. Für die Hängematten wäre es vielleicht doch etwas zu kalt geworden. Montag, 23. Mai 2011Fahrradtour nach Erkrath (und zurück)
Christian, den ich auf meiner Rückreise aus Germersheim im Zug kennengelernt hatte, und ich hatten uns vorgenommen, in absehbarer Zeit mal eine Tour zusammen zu unternehmen.
Die erste Gelegenheit, die sich uns bot, war das Wochenende am 21. und 22. Mai. Christian hatte vor, zusammen mit Nils von Bochum aus über die Kaiserroute zu einem Volkstanz-Treffen in "Huttchen" oder so in der Nähe von Köln zu fahren. (Die genaue Art und auch der Ort der Veranstaltung waren einige Zeit lang noch nicht ganz klar, zu Anfang war die Rede von einer Geburtstagsparty in Köln.) Andrea hatte auch Lust, mitzufahren, und so machten wir uns zu dritt auf den Weg, Nils wollte später per Zug dazustoßen. Das Wetter war sehr warm und sonnig und es war recht angenehm zu fahren, wir hatten uns die Strecke aber nicht ganz so bergig vorgestellt, wie sie dann letztendlich war. Erste Rast machten wir an der Ruhr, wo Christian sein überwältigendes Programm an Proviant auspackte. Gestärkt mit leckeren Riesenbohnen aus der Dose und anderen Köstlichkeiten fuhren wir weiter, schnitten den Essener Teil der Kaiserroute durch eine etwas bergige Abkürzung ab und trafen dann wieder auf die Route. Wir machten noch einmal Halt an einem Demeter-Hof, bei dem Christian noch ziemlich leckeres Sorbet organisierte, die Pause im Schatten war sehr nett und erholsam. Nachdem wir etwas später das Neandertal durchquert hatte (mit einer mittlerweile fast schon legendär gewordenen Fußgängerin der "Reh im Scheinwerfer"-Gattung), entschieden Andrea und ich, dass wir nicht ganz bis zum Ziel mitfahren, sondern bei Erkrath am Unterbacher See zelten würden. Das warme Wetter und die bergige Strecke verlangten nach einem früheren Ende der Etappe, außerdem wollten wir noch Bratkartoffeln machen und den Abend nicht zu stressig werden lassen. Nach dem Einchecken am Campingplatz gab es die langersehnten Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Räuchertofu (waren hervorragend, der Trangia überrascht immer wieder). Wir verbrachten dann eine ruhige Nacht im Zelt. Am Sonntag, nachdem wir die restlichen Kartoffeln zu Bratkartoffeln verwandelt und dann aufgefuttert hatten, fuhren Andrea und ich zusammen nach Düsseldorf zum Hauptbahnhof; da sie noch einiges für die Uni zu tun hatte, wollte Andrea mit dem Zug zurückfahren. Ich fuhr dann durch Düsseldorf zum Rhein und dann vorerst nördlich, bis ich mich gegen die Route über Duisburg/Moers und stattdessen für die Route Ratingen/Essen-Kettwig entschieden hatte. Aber irgendwie lief es nicht so hundertprozentig: noch im Norden von Düsseldorf überraschte mich ein Platzregen, der mich von einer Seite der Kreuzung zur anderen arg durchnässte. Eine Lärche bot nur kurz Regenschutz, und bis zum Vordach der Sparkasse, unter dem ich dann Nüsse essend den Rest des Schauers abwartete, wurde ich ganz schön nass. Danach war die Luft feucht und schwül, und ich hatte bis nach Hause das Gefühl, nicht so recht in Fahrt zu kommen, obwohl es eigentlich ganz gut lief. Vielleicht habe ich auch auf dieser Strecke das Wetter und die Steigung leicht unterschätzt. Sonntag, 1. Mai 2011Spezialradmesse in Germersheim
Am Samstag und Sonntag war ich dann auf der Spezi in Germersheim unterwegs.
Ich war an beiden Tagen je eine halbe Stunde auf dem Testparcours und habe meine derzeitigen Favoriten für das nächste Rad probegefahren: Zox 26 S-Frame, Zox 26 Low, Nazca Gaucho Highracer, Nazca Gaucho 26 (Tourenausstattung); alle mit Aerolenker, der mir überraschend gut gefallen hat. Ist nicht ganz so ein Sofafeeling wie der Untenlenker, aber das nächste Rad soll von mir aus gern etwas sportlicher sein. Letztlich habe ich noch keinen endgültigen Favoriten, aber war ganz froh, diese Räder (und natürlich noch einige mehr) probefahren und noch ein paar Fragen bei den Ausstellern loswerden zu können. Von der Umrüstung meines Explorer auf eine sportlichere Schaltung bin ich jedenfalls abgekommen; das wird sich wohl nicht lohnen. Dann natürlich das Messeprogramm, bei allerbestem Wetter: Velomobile ohne Ende, das Trikerace, und die Besucherräder! Abgefahrene Selbstbauten, die teilweise deutlich erkennen lassen, dass die Entwicklung noch lange nicht zu Ende ist. Samstag abends habe ich mit Felix und Sarah gekocht und mir viele Velomobile aus der Nähe angeschaut (auch wenn ich in keinem drinsaß, ich wollte dem Virus nicht zu viel Vorschub leisten - es ist zur Zeit einfach finanziell noch nicht drin und ich habe keinen Stellplatz). Am Sonntag habe ich dann nochmal die jeweils zweite Probefahrt gemacht, mir den Vortrag von Mandy und Die Tour nach Germersheim und das Wochenende auf der Spezi haben sich auf jeden Fall gelohnt, wenn ich mir auch für das nächste Mal wohl noch Urlaub für die Rücktour gönnen würde. Freitag, 29. April 2011Mit dem Rad nach Germersheim, Teil 3
Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte und mit den beiden Radreisenden aus Holland, die neben mir gezeltet hatten, noch etwas geschnackt hatte (waren unterwegs nach Rom) checkte ich in Leeheim aus, und fuhr die ersten 15 km an der Bundesstraße entlang, um ein kleines bisschen das Gefühl zu haben, noch voranzukommen.
Bei irgendeinem Örtchen plünderte ich mal wieder den Edeka vor Ort (Klopapier, Jalapeno-Snacks, Bonbons, Brot, ...) und fuhr dann weiter auf dem (hessischen) Fernradweg R6. Donnerstag, 28. April 2011Mit dem Rad nach Germersheim, Teil 2
Am Donnerstag sollte es dann von Koblenz weitergehen und irgendwo hinter Mainz wollte ich mir dann einen Zeltplatz suchen, je nachdem wie weit ich so kommen würde. Bevor es losging, holte ich mir aber noch einen Haufen Blessuren: Ich hatte mein Rad bei Björn im Keller abgestellt, und als ich morgens mit meinen müden Beinen und rutschigen Cleats die steile Treppe runterlief, rutschte ich ganz unglücklich weg, schlug mir die rechte Hand und den Ellenbogen blutig, verdrehte mir irgendwie das linke Knie und stieß mir auch noch den linken Ellenbogen an. So ramponiert musste ich mich erstmal verpflastern, bevor ich mich von Björn verabschiedete, meinen Kram packte und erstmal zum Geldautomaten und zum Edeka fuhr (ohne Plan quer durch Koblenz cruisen...). Dort machte ich auf dem Parkplatz ein kleines Frühstück und fuhr dann auf dem Rheinradweg weiter.
Mittwoch, 27. April 2011Mit dem Rad nach Germersheim, Teil 1
Heute bin ich zur Spezi in Germersheim aufgebrochen, die am kommenden Wochenende stattfindet.
Mein Plan für heute war eigentlich, mit dem VRR bis Düsseldorf zu fahren und von dort aus den Rhein runter zu bummeln. Nun wollte ich aber früh los und vor 9 darf man das Rad nicht mitnehmen... also bin ich schon in Bochum losgefahren, was sich letztlich als Fehler herausstellen sollte. Ich hatte mich bei Björn in Koblenz angekündigt und wollte bei ihm übernachten, hatte ihn auch seit Oktober nicht gesehen.
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